Donnerstag, 27. Dezember 2012

You look in your mirror with your eyes closed

Tja...offenbar scheint heute ein guter Tag für Blogposts zu sein. Irgendwie  ist es verrückt, dass den Anlass dazu, einer der Menschen gibt, die im letzten Post so gelobt wurden, denn diesmal...ist das Gegenteil der Fall....was dann auch die perfekte Überleitung bildet. Der letzte Post war im Juli - diesen Jahres! Kaum zu glauben, dass in einem halben Jahr so viel passiert. Klar. Jeder verändert sich. Die ganze Zeit. Doch, wenn sich ein Mensch scheinbar so stark verändert, dass man daran zweifelt ihn jemals wirklich gekannt zu haben, dann kann einen das ziemlich aus der Bahn werfen. Besonders, wenn der Mensch selbst nicht sieht wie sehr sich alles verändert hat.
Es ist eigentlich gar nicht lange her, da dachte ich mir: "Hey! Du hast endlich, die Menschen gefunden, die zu dir gehören. Die Menschen, die ab jetzt für immer einen Platz in deinem Leben haben werden. Die Menschen, denen du alles anvertrauen kannst, die dir alles anvertrauen, die dir alles bedeuten und....denen du alles bedeutest. Menschen, für die es sich endlich wieder lohnt zu leben!" Es war alles so perfekt! Zu perfekt, um wahr zu sein! Klar es gab immer irgendwie Probleme, aber untereinander waren wir immer füreinander da. Ich hätte von Anfang an wissen sollen, dass mir so etwas nicht vergönnt ist.
Ich weiß absolut nicht, wann es passiert ist, auch wenn du der Meinung bist, es wäre immer so gewesen. Wenn ich mir alte Gespräche durchlese, alte Fotos ansehe, dann waren da wir. Wir alle. Ein kleines durchgeknalltes Grüppchen, dass sich super versteht und in dem jeder Halt gefunden und den anderen Halt gegeben hat. Ein hübsches, gleichmäßiges Viereck. Ich weiß auch nicht. Eigentlich war es für mich immer so. Vielleicht, hab ich auch nur die Augen verschlossen, weggesehen, weil ich so etwas wie das nie hatte und ich wollte das es so bleibt. Ich kann gar nicht genau sagen, wann alles in Ungleichgewicht gebracht wurde...
Das ist alles so...verwirrend. Eigentlich sind in meinem Kopf diese ganzen schönen Momente. Scheinbar ist mein Hirn im Verdrängen ziemlich gut....zumindest solange noch etwas in das Fass hinein passt. Irgendwo in meinem Kopf, vergraben in einer dunklen Ecke, steckt noch die Erinnerung. Die Erinnerung daran wie diese...Worte das erste Mal auftauchten...Sie ist nicht besonders stark, weil ich wollte, dass sie das nie wird. Ganz unten. Am Boden des Fasses. Mit einer Handbewegung und dem Gedanken: "Ach muss man nicht wörtlich nehmen." abgewunken, abgeblockt. Der erstmal aufgedrehte Hahn ließ sich zwar verdrängen, aber nie wieder richtig zudrehen. Die ganze Zeit ganz leise im Hintergrund, kaum warnehmbar. Plopp, plopp, plopp. Ein Tropfen nach dem anderen ins Fass. Ein leicht verdrängbares Hintergrundgeräusch. Warum auch den blöden tropfenden Hahn beachten, wenn man sich drumherum seine kleine Traumwelt aufbauen und ausmalen kann, sich als ein Teil eines Ganzen fühlen kann, sich fühlen kann als wäre man bedeutenswert. Allerdings lösen sich die Tropfen auch nicht in Luft aus. Ganz langsam kriecht der Pegel nach oben. Eine tickende Zeitbombe. Irgendwann sieht man dieses volle Fass, man sieht das es so gut wie voll ist, dass es im Begriff ist diese wunderbare kleine Traumwelt zu überfluten. Und man sieht weg. Man will von der Katastrophe nichts wissen. Man klammert sich weiter an diese Traumwelt, denn sie ist einfach zu schön, obwohl sich das Fass immer wieder schmerzhaft ins Blickfeld drängt. Es immer wieder ankündigt: Deine Traumwelt wird über dir zusammenstürzen! Da bleibt nur noch eins: Die Augen zukneifen! Und dann, dann kommt es wie es kommen muss. Der letzte Tropfen. Das Fass zerbricht und die riesige Flutwelle stürzt auf dich ein! Und du hast die Wahl. Die Wahl dich an deiner über alles geliebten Traumwelt festzuklammern, dir vom Wasser die Luft abschneiden zu lassen, wegen deines Traumweltwahns zu etrinken oder sie loszulassen, dich von der Welle wegreißen zu lassen und dich weit weg von der Traumwelt durchs Leben zu schleppen, leer, erschöpft, ohne noch irgendeinen Sinn zu sehen und das alles nur, weil du diese Traumwelt so sehr liebst, diese Menschen so sehr liebst, mehr als deine Traumwelt, als diese Menschen dich lieben. Und die Traumwelt hat nichs gemacht. Sie hat das Fass nicht zugenagelt, den Hahn nicht verstopft und das Fass ganz weit weggerollt. Nein, die Traumwelt hat dabei zugesehen, wie die Welle dich verschlingt und wollte davon nichts wissen.